06.
Juli
2026
Unterwegs in und für Indonesien: Erfahrungen, Projekte und die 17 Global Goals
Rückblick auf das DIV Kumpul im Restaurant „Nusantara": Unter diesem Titel gab Frau Esie Hanstein Einblick in ihre Arbeit zwischen Deutschland und Indonesien.
Projekt „Strahlendes Lächeln"
Im Mittelpunkt ihres Engagements steht das in Leipzig gegründete Projekt „Strahlendes Lächeln", das Waisenkinder in Indonesien auf den Inseln Sulawesi (Makassar und Enrekang) und Kalimantan (Pontianak) unterstützt. Frau Hanstein betreut die Kinderheime in ihrer Geburtsstadt Pontianak und reist zweimal jährlich persönlich dorthin.
Schwerpunkte der Arbeit sind die zahn- und hautmedizinische Versorgung der Kinder, eine gesunde Ernährung sowie die Behandlung von Sehschwächen sowie die Anschaffung von Brillen. Ihre eindrücklichen Fotos aus den Heimen machten den Handlungsbedarf sichtbar. Indonesische Medien haben über das Projekt berichtet; um staatliche Förderung bemüht sich Frau Hanstein weiterhin. Unterstützt wird sie von ihrer Familie – ihr Mann, Dr. Thoralf Hanstein, war unter anderem an der Restaurierung tsunamigeschädigter Handschriften beteiligt.
Die 17 Global Goals – vermittelt durch Sprache und Musik
Wie sich Nachhaltigkeitsziele wirksam vermitteln lassen, zeigt Frau Hanstein auf ungewöhnlichem Weg: über die Musik. Für das Seventeen Global Goals Song Project sang sie die indonesische Fassung von „Welt in Not" (Peter van Ham) unter dem Titel „Dunia Dalam Bahaya" – ein Beitrag, der die UN-Agenda 2030 einem breiten indonesischen Publikum zugänglich macht. Mit „Bersamamu" (Text und Musik: Esie Hanstein) liegt zudem ein erstes eigenes Lied vor. Seit 2024 ist Esie Mitglied im UNESCO Komitee Berlin. Schon mehrere Male hatte sie den bekannten Violinisten Iskandar Widjaja als auch Claudia Santosa, die Gewinnerin von Voice of Germany 2019 bei sich am Institut zu Gast.
Auch als Keynote Speakerin bei internationalen Konferenzen widmet sie sich Themen wie der Rolle der Hochschulen bei der Umsetzung der SDGs und der Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks im Alltag. In ihrer Arbeit greifen damit Sprachvermittlung, soziales Engagement und Nachhaltigkeit ineinander: Bildung, Gesundheit und Armutsbekämpfung sind keine getrennten Felder, sondern Teil eines gemeinsamen Anliegens.
Brückenbau zwischen Deutschland und Indonesien
Seit rund 30 Jahren lehrt Frau Hanstein Bahasa Indonesia an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Leipzig.Als Dolmetscherin begleitete sie 2013 die Ehefrau des indonesischen Präsidenten, Frau Ani Yudhoyono 2013. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfing sie im Schloss Bellevue. Aktuelle Formate wie der Indonesian Studies Day der Humboldt-Universität, die Videokonferenz zum Kartini-Tag mit den Töchtern des Sultans von Yogyakarta und die die Vorführung der Weberinnen von Tidore an der Humboldt-Universität zu Berlin zeigen die Bandbreite ihres Wirkens. Für ihr Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet.





Gedenk-führung zum 200. Geburtstag von Adolf Bastian
Grabbesuch auf dem Stahnsdorfer Südwestkirchhof
02.
Juli
2026
Anlässlich des 200. Geburtstages von Adolf Bastian (1826–1905) hat die DIV zu einer besonderen Gedenkführung eingeladen: einem Besuch am Grab des bedeutendsten deutschen Indonesien-Forschers des 19. Jahrhunderts und Namensgebers des Begriffs „Indonesien". Am Donnerstag, dem 2. Juli 2026, trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer um 16:00 Uhr am Haupteingang des Friedhofs in der Bahnhofstraße in Stahnsdorf, um Bastian an seiner letzten Ruhestätte auf dem Südwestkirchhof zu ehren.
Wer war Adolf Bastian?
Adolf Bastian wurde am 26. Juni 1826 als Sohn einer wohlhabenden Bremer Kaufmannsfamilie geboren. Nach einem Jurastudium in Heidelberg wandte er sich in Berlin, Jena und Würzburg der Medizin und Biologie zu und wurde bereits 1850 in Prag promoviert. Es folgten acht Jahre als Schiffsarzt, die ihn nach Australien, Peru, in die Karibik, nach Mexiko, Indien und Afrika führten – eine Erfahrung, die den Grundstein für seine spätere Laufbahn als Ethnologe und Kulturhistoriker legte.
Bastian gilt als einer der Begründer der modernen Ethnologie in Deutschland. Er wirkte maßgeblich am Aufbau des 1873 gegründeten und 1886 eröffneten Königlichen Museums für Völkerkunde in Berlin mit – dem weltweit ersten eigenständigen ethnologischen Museum und heutigen Ethnologischen Museum – und wurde dessen Gründungsdirektor. Als Sammlungsorganisator verfolgte er die Idee, das Museum als systematisch-wissenschaftliches Archiv der gesamten Menschheitsgeschichte anzulegen, in dem möglichst jede Kultur der Welt vertreten sein sollte.
Von besonderer Bedeutung für die DIV ist Bastians Rolle als erster Deutscher, der sämtliche Länder Südostasiens bereiste. Er gilt als Nestor der deutschen Indonesienforschung und trug entscheidend dazu bei, den Namen „Indonesien" in Deutschland überhaupt erst bekannt zu machen. Auf seinen Reisen durch Südasien, Indonesien und Kambodscha war er zudem der Erste, der die Reliefs des Tempels von Angkor Wat als Darstellungen hinduistischer statt buddhistischer Schöpfungsmythen deutete.
Bastian starb am 2. Februar 1905 in Port of Spain auf Trinidad. Sein ursprünglich auf dem Matthäus-Friedhof in Schöneberg gelegenes Grab wurde von den Nationalsozialisten nach Stahnsdorf verlegt, wo es bis heute als Ehrengrab vom Land Berlin gepflegt wird.
Die Forschungen von Hans Berg
Der Historiker und Südostasien-Experte Hans Berg hat sich intensiv mit Leben und Werk Adolf Bastians auseinandergesetzt. In zahlreichen Beiträgen und Vorträgen hat er Bastians Rolle als Brückenbauer zwischen Deutschland und Indonesien herausgearbeitet und dessen Bedeutung für die deutsche Anthropologie wissenschaftlich aufgearbeitet – unter anderem im Umfeld der Publikation „Adolf Bastian and His Universal Archive of Humanity". Seine Forschungen bildeten die inhaltliche Grundlage für die Gedenkführung der DIV.
Der Nachmittag in Stahnsdorf
Nach der gemeinsamen Anreise zum Haupteingang des Südwestkirchhofs führte der Weg die Gruppe zum Grab Adolf Bastians, wo an sein Lebenswerk und insbesondere an seine Verdienste um die deutsch-indonesischen Beziehungen erinnert wurde. Im Anschluss ließ die Gruppe den Tag gemütlich in einem Restaurant, nicht weit vom Friedhof entfernt, ausklingen.
Die DIV dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Interesse an dieser besonderen Gedenkveranstaltung, die einen der prägendsten, aber heute zu Unrecht wenig bekannten Wegbereiter der deutsch-indonesischen Beziehungen in Erinnerung gerufen hat.

04.
März
2026
Besuch der indonesischen Tourismusministerin im Rumah Budaya Indonesia
Im Rahmen ihrer Berlin-Reise anlässlich der ITB Berlin 2026 stattete die indonesische Tourismusministerin, Widiyanti Putri Wardhana, dem Rumah Budaya Indonesia (RBI) einen Besuch ab. Das RBI wird von der Indonesischen Botschaft in Berlin betrieben und dient als zentrale Anlaufstelle, um indonesische Kunst, Handwerk und Kultur einem breiten Publikum in Deutschland näherzubringen.
Der Besuch war Teil eines dichten Programms: Vom 3. bis 5. März 2026 eröffnete die Ministerin auf der weltgrößten Reisemesse den indonesischen Pavillon und stellte dort die neue Kampagne „#GoBeyondOrdinary" vor. Damit positioniert sich Indonesien als Reiseziel für hochwertige, nachhaltige und inklusive Tourismuserlebnisse – ein Ansatz, der bewusst Qualität vor Quantität stellt. Neben dem Messeauftritt führte Widiyanti Putri Wardhana wichtige bilaterale Gespräche, unter anderem mit Vertretern Indiens sowie der Welttourismusorganisation (UNWTO).
Der Abstecher ins RBI machte deutlich, dass touristische und kulturelle Diplomatie für Indonesien eng zusammengehören. Neben den wirtschaftlichen Zielen der ITB-Teilnahme legt das Land großen Wert darauf, seine kulturelle Vielfalt sichtbar zu machen und die Beziehungen zwischen Indonesien und Deutschland auch auf menschlicher Ebene zu vertiefen.
Als eine von mehreren Berliner Organisationen war auch die DIV eingeladen, ihre Arbeit vorzustellen. Der Austausch verlief sehr spontan und persönlich: Statt einer förmlichen Präsentation berichtete die DIV im Gespräch über ihre Aktivitäten und die Menschen, die hinter der Vereinsarbeit stehen. Für das RBI war der Besuch der Ministerin insgesamt eine schöne Gelegenheit, die eigene Rolle als kulturelle Brücke zwischen beiden Ländern zu unterstreichen – getragen von einem lebendigen Netzwerk zivilgesellschaftlichen Engagements.



09.
Feb
2026
Neue Impulse für die deutsch-indonesische Freundschaft
Konstruktiver Austausch in der Botschaft der Republik Indonesien
Im Rahmen eines Arbeitsbesuchs hatten wir kürzlich erstmals die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit S.E. Abdul Kadir Jailani, dem Botschafter der Republik Indonesien. Der Besuch in der im vergangenen Jahr neureröffneten Botschaft bot einen würdigen Rahmen für dieses erste Kennenlernen.
In einer von gegenseitigem Vertrauen geprägten Gesprächsatmosphäre erörterten wir zentrale Themen der deutsch-indonesischen Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die seit über 30 Jahren bestehende Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Jakarta mit neuem Leben gefüllt werden kann. Dabei ging es insbesondere um die Einbindung junger Menschen durch Austauschprogramme, Praktikumsmöglichkeiten und Vernetzungsformate.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Erweiterung der bisherigen Zusammenarbeit: Neben den etablierten kulturellen Aktivitäten sollen künftig auch die Bereiche Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft stärker in den Fokus rücken. Beide Seiten betonten ihr Interesse an einer intensivierten Kooperation, die jungen Menschen konkrete Perspektiven eröffnet und den bilateralen Dialog nachhaltig stärkt.
Im Anschluss an das Gespräch hatten wir die Möglichkeit, die bemerkenswerte Kunstsammlung der Botschaft zu besichtigen, die einen eindrucksvollen Einblick in die künstlerische Vielfalt des indonesischen Archipels bietet.
Wir schätzen den konstruktiven Austausch sehr und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit. Über konkrete Projekte werden wir Sie zu gegebener Zeit informieren





20.
Jan
2026
Ein gelungener Start ins neue Jahr 2026
Am Dienstag, den 20. Januar 2026, kam die Deutsch-Indonesische Vereinigung zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang im Haus der Indonesischen Kulturen „Rumah Budaya Indonesia" zusammen.
Dr. Thomas Rintelin, Vorstand unseres Präsidiums, eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßungsansprache. Im Anschluss betonte der Kulturattaché der Indonesischen Botschaft in seinem Grußwort die Bedeutung des kulturellen Austauschs zwischen Deutschland und Indonesien.
Das kulturelle Programm des Abends wurde durch javanische Tanzvorführungen bereichert, die den Gästen einen authentischen Einblick in die indonesische Kunsttradition boten. Bei einem anschließenden Empfang mit indonesischen Spezialitäten hatten die Anwesenden Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Der Abend bot Raum für die Pflege bestehender Kontakte sowie für das Knüpfen neuer Verbindungen zwischen Mitgliedern und Freunden der Deutsch-Indonesischen Vereinigung.
Wir danken allen Gästen für ihre Teilnahme sowie dem „Rumah Budaya Indonesia" für die freundliche Gastfreundschaft und die angenehme Atmosphäre. Wir freuen uns auf weitere Begegnungen im Laufe des Jahres 2026.



